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Archiv :: Pressemitteilung :: 06.07.2010
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Atypische Arbeitsverhältnisse: Abgeordnete verpassen Chance für gleiche Rechte aller Arbeitnehmer/innen zu stimmen

 

Heute hat das Plenum des Europäischen Parlamentes einen Initiativbericht  zu atypischen Arbeitsverhältnissen angenommen. Dazu erklärt die grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter, stellvertretende Vorsitzende des Sozial- und Beschäftigungsausschusses:

 

"Die Mehrheit im Europäischen Parlament hat mit der heutigen Abstimmung eine Chance vertan, sich klar und deutlich für eine Richtlinie auszusprechen, die allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus gleiche Rechte zugesteht.

 

Immer mehr Menschen arbeiten in einer atypischen Beschäftigungsform wie Teilzeit, Leiharbeit, als geringfügig oder befristet Beschäftigte. Doch statt zu klären, wie wir für diese Menschen gleiche soziale und gewerkschaftliche Rechte im Vergleich mit ihren Kolleg/innen in unbefristeter Vollzeitbeschäftigung sicherstellen können, arbeitet sich die Berichterstatterin der EVP am Thema Flexicurity ab. Deshalb hatte meine Fraktion Grüne/EFA einen alternativen Entschließungsantrag eingereicht. Darin fordern wir eine Richtlinie  zur Sicherung gleicher Rechte für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus gilt und das Recht auf Beitritt zu einer Gewerkschaft umfasst.

 

Denn der aktuelle Trend ist dramatisch: In Deutschland werden immer mehr normale Arbeitsverhältnisse durch sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse ersetzt. Oft gehen diese Verträge nicht nur mit eingeschränkten Rechten, sondern auch mit Niedriglöhnen einher: Jeder zweite von atypischer Beschäftigung betroffene Arbeitnehmer erhält ein Gehalt, das unterhalb der OECD-Niedriglohngrenze liegt.

 

71 Prozent aller atypisch Beschäftigten in Deutschland sind Frauen. Junge Arbeitnehmerinnen sind besonders von atypischer Beschäftigung betroffen, denn 42,4 Prozent von ihnen sind unter oftmals prekären Bedingungen angestellt. 1997 sah die Situation der jungen Frauen noch ganz anders aus: Lediglich 21,3 Prozent befanden sich in einer atypischen Beschäftigung. Binnen zehn Jahren hat sich ihre Zahl verdoppelt."

 

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