Benutzerspezifische Werkzeuge
Home :: Archiv :: Presse :: Presse zum Armutsprogramm: Mikrokredite
Archiv :: Pressemitteilung :: 05.11.2009
  Download Artikel senden
Neues Finanzinstrument für Mikrokredite: Sozialausschuss rettet Armutsprogramm

Zur heutigen Abstimmung über ein europäisches Finanzinstrument für Mikrokredite im Beschäftigungs- und Sozialausschuss sagt Elisabeth Schroedter Vizepräsidentin des Beschäftigungs- und Sozialausschusses im Europäischen Parlament:

 

"Öffentlich finanzierte Mikrokredite für die Verlierer der Krise einzusetzen, ist der richtige Weg. Es kann jedoch nicht sein, dass dafür Geld aus dem Europäischen Armutsprogramm PROGRESS eingesetzt wird. Dies würde bedeuten, dass einer Gruppe sozial Benachteiligter europäische Unterstützungen entzogen werden, um eine andere zu unterstützen. Die Kommission reißt mit der einen Hand ein, was sie mit der anderen aufbauen will. Die kleine Haushaltlinie des Armutsprogramms PROGRESS darf nicht in Mikrokredite umgeleitet werden. Denn man kann nicht Schuldnerberatung und Programme für Diskriminierungsopfer für das neue Instrument aufgeben, zumal der europäische Haushalt Reserven hat. Deshalb bin ich froh, dass meine Zusammenarbeit mit der ungarischen Berichterstatterin Kinga Göncz erfolgreich war und das Umschichten europäischer Gelder vom Armutsprogramm in ein neues Finanzinstrument durch eine Mehrheit im Sozialausschuss verhindert wurde. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten über eine neue Haushaltslinie für Mikrokredite. Für das Parlament ist das eine zentrale Forderung im Maßnahmenkatalog gegen die Krise"

Hintergrund: PROGRESS ist das Programm für Projekte und für den transnationalen Erfahrungsaustausch von Netzwerken von Nichtregierungsorganisationen für Beschäftigungsbedingungen, soziale Solidarität und Chancengleichheit der EU. NGOs sind keine ökonomischen Akteure und können deshalb nicht Empfänger von Mikrokrediten sein. Denn Mikrokredite müssen in einem bestimmten Zeitraum zurückgezahlt werden und setzen deshalb eine gewinnbringende Tätigkeit voraus.

Artikelaktionen