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Archiv :: Pressemitteilung :: 13.09.2010
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Wir verlieren eine Vorkämpferin für Aufrichtigkeit

Zum Tod der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley sagt die Bündnisgrüne Europaabgeordnete, ehemaliges Mitglied des NEUEN FORUMs, Elisabeth Schroedter:

 

„ Mit Bärbel verlieren wir eine unerschrockene Vorkämpferin für Aufrichtigkeit. Sie hat sich vor der Wende, im heißen Herbst 1989 und auch in all den Jahren danach für Demokratie, Menschenwürde und geistige Freiheit eingesetzt und sich dabei nie von Machtstrukturen beugen lassen. Es lag ihr fern, sich anzubiedern, um aufzusteigen. Wie keine andere hat sie ’89 im NEUEN FORUM dafür gesorgt, dass die Bewegung nur friedliche Mittel für den Kampf um Freiheit und Demokratie nutzt, ohne den gradlinigen Kurs der Konfrontation mit dem SED-Regime zu verlassen. Sie war davon überzeugt, dass eine solidarische Gesellschaft und Freiheit kein Gegensatz sind. Deshalb war sie auch nach der Wende eine Kritikerin unsozialer Strukturen.

Bärbel hat sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass die alten SED-Seilschaften nicht zu neuen Seilschaften der Macht werden und dass Täter und Mittäter des SED-Regimes sich nicht in Unschuld flüchten können. Gleichzeitig hat sie darum gekämpft, dass die Opfer des Regimes nach dem Ende der DDR nicht vergessen werden. Im Land Brandenburg hat es erst den Wiedereinzug der Bündnisgrünen in den Landtag gebraucht, damit sich die Regierung zu einer gründlichen Aufarbeitung von vergangenem Unrecht bekennt.

Auch in ihren späteren Projekten hat Bärbel sich für Entrechtete eingesetzt. Ihr unermüdliches Werben für die Hilfe für die Bürgerkriegsopfer in den Staaten des ehemaligen Jugoslawien wird uns unvergessen bleiben.

 

Wir verlieren eine Freundin, die streitbar, aber auch sehr einfühlsam sein konnte. Bärbel, Du wirst uns fehlen!“

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